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19.10.2015

Thüringen: Gemeinsame Presseinfo - Größter Thüringer Hausarztvertrag zeigt Wirkung

Erstmals Evaluationsergebnisse vorgelegt, 200.000 Patienten erhalten nachweislich eine umfassendere medizinische Versorgung

Gemeinsame Presseinfo

von
AOK PLUS – Die Gesundheitskasse für Sachsen und Thüringen.
Thüringer Hausärzteverband e.V.
Kassenärztlicher Vereinigung Thüringen

Größter Thüringer Hausarztvertrag zeigt Wirkung
Erstmals Evaluationsergebnisse vorgelegt, 200.000 Patienten erhalten nachweislich eine umfassendere medizinische Versorgung

Erfurt/Gotha/Weimar, 19. Oktober 2015 In Kooperation mit dem Hausärzteverband und der Kassenärztlichen Vereinigung bietet die AOK PLUS ihren Versicherten seit nunmehr fünf Jahren mit dem größten Thüringer Hausarztvertrag eine umfassendere medizinische Versorgung im ambulanten Bereich. Der Hausarzt wir dadurch immer mehr zum echten Lotsen im Gesundheitswesen. Die Behandlungen und die Arzneimittelverordnungen werden optimal abgestimmt. Doppeluntersuchungen sollen vermieden werden. Der Einsatz von Versorgungsassistentinnen in der Hausarztpraxis (VERAH®) entlastet die Ärzte. Sie haben so mehr Zeit für die Patienten. Das sind nur einige Vorteile, welche dieser Hausarztvertrag für Thüringen bietet. Er wurde von Anfang an sehr gut angenommen. Das belegen folgende Zahlen: Aktuell sind 687 Hausärzte und 197.451 Versicherte eingeschrieben. 170 VERAHs sind in ganz Thüringen unterwegs. Tendenz weiter steigend.

Patienten und Ärzte sehr zufrieden
Um diese ersten Erfolge wissenschaftlich belegen zu können, wurde der Hausarztvertrag während dieser fünf Jahre durch eine Evaluation des Institutes für Allgemeinmedizin des Universitätsklinikums Jena und des Lehrstuhls für Medizinmanagement der Uni Duisburg-Essen begleitet. Jetzt liegen die Ergebnisse vor. Die Befragung von 2.000 teilnehmenden Patienten ergab eine hohe Zufriedenheit und Weiterempfehlungsbereitschaft von fast 90 Prozent. Bei der Befragung von 414 teilnehmenden Ärzten gab es eine unerwartet hohe Rücklaufquote von 56 Prozent. Dreiviertel der Ärzte bescheinigten eine hohe Zufriedenheit mit dem Hausarztvertrag.

Hausarztkontakte gestiegen
Ein weiteres, positives Ergebnis der Evaluation ist der Anstieg der Hausarztkontakte um 47 Prozent für diese bedürftigen Patienten. Es wurde also der Nachweis erbracht, dass der Hausarzt tatsächlich als Lotse im Gesundheitswesen agiert und bei Bedarf die richtigen Fachärzte zeitnah einbindet. Darüber hinaus stieg die Quote der Patienten, welche im Programm für chronisch Kranke behandelt werden (DMP-Programme), im gesamten Evaluationszeitraum um 18 Prozent. Dadurch erhalten die teilnehmenden Chroniker eine bessere und koordiniertere Behandlung als vorher. Und nicht zuletzt konnte eine engmaschigere Patientenbegleitung, vor allem durch die Hausbesuche der VERAHS, und positive Effekte bei Arzneimittelverordnungen nachgewiesen werden Einerseits informieren die Ärzte ihre Patienten intensiver über Einnahme und Dosierung, andererseits zeigen die Patienten eine höhere Akzeptanz des Medikationsplanes.

Zusammenfassend bewertet der zuständige Institutsdirektor des Universitätsklinikums Jena, Prof. Dr. med. Jochen Gensichen, die Ergebnisse so: „Im Thüringer Hausärztevertrag erhalten die älteren und kränkeren Patienten mehr Zuwendung von ihren Hausärzten, das ist m.E. in Zeiten des demografischen Wandels sicherlich der richtige Weg.“

Hausarztvertrag wird unbefristet fortgeführt
Auf Grund dieser positiven Ergebnisse haben sich alle Beteiligten entschlossen, diesen Hausarztvertrag unbefristet fortzuführen und weiterzuentwickeln. Geplant ist z. B. ein Beitrag zur Entbürokratisierung des Praxismanagements beim Arzt.

Für den Vorsitzenden des Vorstandes der AOK PLUS, Rainer Striebel, ist der Erfolg des Hausarztprogramms keine Überraschung. Während der Vorstellung der Evaluationsergebnisse sagte er: „Das Programm ist exakt auf die Bedürfnisse unserer Versicherten zugeschnitten. Mehr Zeit für die Patienten, eine höhere Qualität der medizinischen Versorgung, Terminkoordination beim Facharzt, der Hausarzt als echter Lotse und Schwester VERAH sind nur einige Vorteile weshalb unser Hausarztprogramm für immer mehr Versicherte und Ärzte so attraktiv ist. Das ist und bleibt unser Beitrag für eine zukunftsorientierte medizinische Versorgung in Thüringen. Wir bieten damit unseren Versicherten weiterhin einen Dreiklang aus besten Leistungen, Service und günstigem Beitragssatz. Und wir setzen auch ein Zeichen gegen einen drohenden Ärztemangel vor allem in ländlichen Regionen.“

Der 1. Vorsitzende des Vorstandes des Thüringer Hausärzteverbandes e. V., Dr. med. Ulf Zitterbart kennt die Vorteile für Patienten und Hausärzte genau und nennt Verbesserungspotenziale:
"Unser Hausarztvertrag ist evaluiert! Dies bedeutet, dass eine wissenschaftliche Untersuchung über die Umsetzung des Vertrages und dessen Ergebnisse stattgefunden hat. Die Ergebnisse sind eindeutig. Es beteiligen sich 57 Prozent der Hausärzte in Thüringen an dieser speziellen Versorgung der AOK PLUS Versicherten und fast 200.000 Thüringer haben sich per Unterschrift für Ihren Hausarzt entschieden. Das Alter der Patienten beträgt im Durchschnitt 65 Jahre und 9 Prozent der Menschen, die sich für einen Vertrag zur besonderen Versorgung entscheiden, sind pflegebedürftig. Gerade diese Menschen profitieren von den Inhalten des Vertrages wie dem Medikamentenmanagement, der speziellen, pharmaunabhängigen Fortbildung ihres Arztes und natürlich von der gewonnen Konsultationszeit durch Schwester VERAH.  Die Befragung von 2000 Versicherten zeigt uns sehr deutlich, wie zufrieden unsere Patienten mit der  Bindung an ihre Hausarztpraxis als erste Ansprechpartner in gesundheitlichen Fragen und bei der Vorsorge sind (88 Prozent).

Die Evaluation verdeutlicht auch Potential zur Verbesserung. Insbesondere die Kommunikation und das Nachhaken bei zurückliegenden Beschwerden und nach Besuchen bei Fachärzten sollten uns Hausärzte zur verbesserten Gesprächsführung veranlassen. Nicht zuletzt sichert der Vertrag durch ausgeschüttete Honorare die Zukunft der ärztlichen Versorgung in Thüringen- insbesondere im ländlichen Raum.

Der Thüringer Hausärzteverband sieht sich in seiner Politik der Etablierung einer Hausarztzentrierten Versorgung für die Thüringer Bevölkerung durch diese positiven Evaluationsergebnisse bestärkt und wird seinen Kurs in diese Richtung weiter fortsetzen.“

Die 1. Vorsitzende des Vorstandes der Kassenärztlichen Vereinigung Thüringen, Dr. med. Annette Rommel, verweist auf die Bedeutung der Hausärzte bei der Versorgung der Patienten: „In vier von fünf Fällen, in denen Hausärzte in Anspruch genommen werden, können sie die Patienten selbst abschließend versorgen. In den übrigen können sie die Patienten zur Weiterbehandlung gezielt zum richtigen Facharzt überweisen. Dadurch wird vermieden, dass sich Patienten 'auf gut Glück' an Fachärzte wenden. Der Thüringer Hausarztvertrag ist damit letztlich ein besseres Mittel zur Terminsteuerung als es die von der Politik verordneten Terminservicestellen sein können.“

Alle Partner rufen die Patienten und Ärzte, welche noch nicht teilnehmen dazu auf, sich in diesen größten Thüringer Hausarztvertrag einzuschreiben und von den Vorteilen zu profitieren.

So funktionieren die Einschreibung und der Vertrag
Die Teilnahme ist freiwillig und möglich für Thüringer Hausärzte und AOK-Versicherten ab Vollendung des 18. Lebensjahres. Der Hausarzt ist frei wählbar. Die Einschreibung erfolgt beim Arzt. Dazu füllen die Versicherten gemeinsam mit dem Arzt die Unterlagen aus. Sie verpflichten sich für mindestens ein Jahr, nur diesen Hausarzt zu konsultieren und fachärztliche Leistungen nur auf Überweisung in Anspruch zu nehmen. Ausgenommen hiervon sind die Behandlung durch Frauen- bzw. Augenärzte, bei Notfällen und Urlaubsvertretungen.

Mehr Infos: www.aokplus-online.de oder an der kostenfreien Hotline 0800 10590-80021.         

Ansprechpartner für die Medien:
AOK PLUS: Jürgen Frühauf, Tel: 0800 10590-80021
Hausärzteverband: Dr. med. Ulf Zitterbart, Tel: 0175 5960286
Kassenärztliche Vereinigung: Veit Malolepsy, Tel: 04643 559192

Medien und Downloads

Pressekontakt

Hannelore Strobel

Hannelore Strobel
Pressesprecherin

  • Telefon: 0800 10590-11144
  • Telefax: 0800 1059002-104
  • Anschrift
    Sternplatz 7
    01067 Dresden
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