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30.03.2015

Sachsen: AOK PLUS Gesundheitsbericht

Wenn der Beruf krank macht

Krankenstand in Sachsen leicht gestiegen - höhere Fehlzeiten bei Berufsgruppen mit körperlichen Arbeitsbelastungen - AOK PLUS steuert mit betrieblichem Gesundheitsmanagement dagegen

Wie häufig Sachsen am Arbeitsplatz fehlen, hängt stark vom Job ab. Das zeigt die aktuelle Fehlzeiten-Analyse der AOK PLUS. Den höchsten Krankenstand in Sachsen verzeichneten im Jahr 2014 die Berufe in der industriellen Gießerei. Am wenigsten fehlten Beschäftigte in Berufen der Hochschullehre und -forschung.

Insgesamt lag der Krankenstand im Freistaat bei 5,0 Prozent und hat sich gegenüber 2013 leicht erhöht. Er stieg bei Mitgliedern der Kasse von 4,9 Prozent auf 5,0 Prozent. Damit liegt der Freistaat unter dem Bundesdurchschnitt von 5,2 Prozent. Unterm Strich hat jeder Beschäftigte in Sachsen 2014 im Durchschnitt 18,2 Tage aufgrund ärztlich bescheinigter Arbeitsunfähigkeit im Betrieb gefehlt.

Höhere Fehltage bei Berufsgruppen mit körperlichen Arbeitsbelastungen
Die Art der ausgeübten Tätigkeit hat erheblichen Einfluss auf das Ausmaß und die Häufigkeit der Fehlzeiten als auch auf die Art der Erkrankung. Dabei gibt es große Unterschiede zwischen einzelnen Berufsgruppen. Die meisten Fehltage weisen in Sachsen Berufsgruppen aus den Bereichen der industriellen Gießerei mit 31,0 Fehltagen, Berufe im Dialogmarketing mit 28,1 Fehltagen sowie Straßen- und Tunnelwärter mit 27,8 Fehltagen auf. Es handelt sich dabei um Berufsgruppen mit hohen körperlichen Arbeitsbelastungen und überdurchschnittlich vielen Arbeitsunfällen. Besonders wenige Fehltage hatten in Sachsen die Berufe in der Hochschullehre und -forschung mit lediglich 4,9 Fehltagen. Auch Berufe im Controlling (8,3 Tage) und in der Softwareentwicklung (8,3 Tage) weisen deutlich unterdurchschnittliche krankheitsbedingte Fehlzeiten auf.

Tätigkeit hat erheblichen Einfluss auf die Art der Erkrankung
Die Gründe für die Höhe der Fehlzeiten liegen vor allem in den berufsspezifischen Anforderungsprofilen. In Berufen mit körperlich anspruchsvollen Tätigkeiten wie der industriellen Gießerei oder Textilreinigung treten vor allem Muskel-Skelett-Erkrankungen auf. In diesen Berufsgruppen entfallen 26,5 bzw. 29,8 Prozent aller Krankheitstage auf diese Krankheitsarten. Zum Vergleich: Bei Berufen in der Hochschullehre und -forschung sind es nur 13,3 Prozent. Auch ist das Krankheitsspektrum ein anderes: So sind in den dienstleistungsorientierten Berufen eher psychische Erkrankungen bestimmend für eine Krankschreibung.

AOK PLUS steuert mit Betrieblichem Gesundheitsmanagement dagegen
Durch Krankheit der Mitarbeiter entsteht der Wirtschaft in Sachsen ein jährlicher Produktionsausfall in Milliardenhöhe. Aus diesem Grund wird Betriebliches Gesundheitsmanagement zunehmend zu einem Erfolgsfaktor der Wirtschaft. Darauf hat die AOK PLUS sehr früh reagiert. "Wir unterstützen Unternehmen seit vielen Jahren in diesem Bereich und bieten maßgeschneiderte Hilfen an. Wir begleiten betriebliche Prozesse der Gesundheitsförderung, vermitteln Handlungskompetenzen, helfen beim Aufbau von Netzwerken und wirken bei Problemlösungen mit", erklärt der Vorstandsvorsitzende der AOK PLUS, Rainer Striebel.

Alle Angebote werden individuell auf die jeweilige Situation im Unternehmen angepasst. Dadurch können bessere Ergebnisse erzielt werden. Zu den kostenfreien Angeboten zum Betrieblichen Gesundheitsmanagement gehören z. B.  individuelle Beratung, Moderation, Projektmanagement, Prozessbegleitung, Arbeitssituationsanalyse, Datenanalyse, Gesundheitszirkel, Gesundheitskurse und Schulungen.

"Allein im letzten Jahr investierten wir in diesem Bereich insgesamt 3 Millionen Euro. Über 200.000 Beschäftigte in 658 sächsischen Unternehmen konnten davon profitieren. Gemeinsam mit den Unternehmen arbeiten wir daran, die Arbeitszufriedenheit und das Betriebsklima zu fördern, die Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter zu erhalten, die Produktivität zu steigern und den Krankenstand zu senken. Damit tragen wir unseren Teil am Erfolg der Wirtschaft in Sachsen bei", so Striebel abschließend.


Fakten der AOK PLUS zur Betrieblichen Gesundheitsförderung 2014 in Sachsen:

Die AOK PLUS führte im letzten Jahr 1.131 Aktivitäten (AOK PLUS gesamt 1.925) zum Betrieblichen Gesundheitsmanagement durch. Davon konnten 200.582 Beschäftigte (AOK PLUS gesamt 280.878) in 658 Unternehmen (AOK PLUS gesamt 994) profitieren.
368 Unternehmen (AOK PLUS gesamt 487) Unternehmen davon erhielten unter anderem eine detaillierte Analyse zu krankheitsbedingten Ausfallzeiten.

Arbeitskreis Gesundheit
Zur Umsetzung eines Betrieblichen Gesundheitsmanagements wurden durch die AOK PLUS in 138 Unternehmen (AOK PLUS gesamt 200) innerbetriebliche Steuergremien (Arbeitskreis Gesundheit) begleitet.

Kooperationen
Neben den laufenden Kooperationen (dreijährige Rahmenverträge) schlossen 65 Unternehmen (AOK PLUS gesamt 82) eine neue schriftliche Kooperationsvereinbarung mit der AOK PLUS ab.

Workshops
In 168 Analyse- und Entwicklungsworkshops (AOK PLUS gesamt 301) wurden die Beschäftigten an innerbetrieblichen Gesundheitsprozessen beteiligt.

Gesundheitstage, Kurse, Schulungen, Vorträge
Darüber hinaus wurden in den Betrieben 353 Aktionen (AOK PLUS gesamt 705) wie Gesundheitstage, Kurse, Schulungen, Vorträge organisiert.

Screenings
wurden während 143 Aktionen (AOK PLUS gesamt 309) der mobilen Gesundheitsberatung mit Modulen zum Herz-Kreislauf-Risiko und/oder zum Halte- und Bewegungsapparat organisiert.

Download: Gesundheitsbericht für Sachsen 2014   

Hinweis für die Redaktion:
Bei Bedarf bieten wir regionale Pressegespräche mit kreisbezogenen Fakten an.
Bei Fragen bitte Alexander Fugmann unter 0341 1211-41210 anrufen.

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Hannelore Strobel

Hannelore Strobel
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