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24.10.2016

Gem. Pressemitteilung zum Nachsorgeprojekt "SOS-Care - Hilfe nach Schlaganfall"

"Schlaganfall-Lotsen" minimieren gemeinsam mit Betroffenen das Risiko eines Rezidivs und sorgen für mehr Lebensqualität und Patientenzufriedenheit

Nach einer fünfjährigen Erprobungsphase und ersten Studien zur Wirksamkeit des Nachsorgeprojekts "SOS-Care - Hilfe nach Schlaganfall" an der Klinik für Neurologie des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden übernimmt die AOK PLUS für ihre Mitglieder ab sofort die Kosten für diese innovative Versorgungsform. Grundlage dazu ist ein Vertrag, der zum 1. Oktober durch die Vorstände von Uniklinikum und AOK unterzeichnet wurde. Damit werden erstmals in Deutschland sogenannte Schlaganfall-Lotsen durch eine Krankenkasse finanziert. Der Vertrag sieht vor, dass die Ergebnisse des Nachsorgeprojekts innerhalb von zwei Jahren weiter wissenschaftlich geprüft werden. Dazu sollen zwei weitere ins Schlaganfallnetzwerk SOS-NET eingebundene Krankenhäuser mit jeweils einem Lotsen dieses Nachsorgeprogramm anbieten.

"Wenn Schlaganfallpatienten aus dem Krankenhaus entlassen werden, fehlen oft standardisierte Versorgungsangebote in der ambulanten Nachbehandlung. Diese müssen auch das ganz persönliche Umfeld des Patienten einbeziehen. Deshalb wollen wir mit dem neuen Vertrag diese von Patienten gewünschte strukturierte Nachbetreuung unterstützen", betont Rainer Striebel, Vorstand der AOK PLUS. "Das Projekt 'SOS-Care - Hilfe nach Schlaganfall' ist ein weiteres gutes Beispiel für die vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen dem Universitätsklinikum und der AOK PLUS. Hier zeigt sich wieder, dass es möglich ist, die vorgegebenen Grenzen zwischen den Sektoren der Krankenversorgung im Sinne der Patienten zu überwinden. Die Übernahme der Finanzierung dieser innovativen Form der Nachsorge ist auch deshalb richtungsweisend, weil es auf die Stärken des SOS-NET, eines bereits seit einem Jahrzehnt bestehenden Netzwerkes aufbaut, das die Akutversorgung ostsächsischer Schlaganfallpatienten flächendeckend auf höchstem Niveau sicherstellt. Auch dieses Projekt ist vom Universitätsklinikum initiiert worden und hat sich zu einem der erfolgreichsten Netzwerkprojekte in der deutschen Krankenversorgung entwickelt", sagt Prof. Michael Albrecht, Medizinscher Vorstand des Universitätsklinikums Dresden.

Eine optimale Versorgung von Hirninfarkt-Patienten auf einer Stroke Unit - das ist eine von Neurologen betriebene Schlaganfall-Spezialstation - oder im Rahmen des SOS-NET, in das 17 ostsächsische Krankenhäuser eingebunden sind, reicht allein nicht aus, um bei Betroffenen das Risiko eines erneuten Schlaganfalls zu senken und ein Plus an Lebensqualität und Patientenzufriedenheit zu erzielen. Neben einer intensiven ambulanten Betreuung der Betroffenen durch Ärzte bedarf es gezielter Motivation und Beratung, um nach dem Schlaganfall zurück in einen Alltag mit möglichst wenigen Einschränkungen zu finden. Diese Aufgabe stellte sich den Initiatoren des Schlaganfallnetzwerks SOS-NET, nachdem sich die Aufbauarbeit dieses Zusammenschlusses von Kliniken zur Akutversorgung auf einem guten Weg befand. "Wichtig war uns von Anfang an, die wissenschaftliche Evaluation unserer Ergebnisse, um diesen innovativen Ansatz auf eine evidenzbasierte Grundlage zu stellen und eine Finanzierung durch Kostenträger zu ermöglichen", erklärt Dr. Jessica Barlinn, Leiterin von SOS-NET und SOS-Care. Unter Anwendung der durch das Carus Consilium Sachsen GmbH zur Verfügung gestellten THOS Plattform ist auch eine Erweiterung der sektorenübergreifenden Versorgung, welche als nächsten Schritt die Kooperation mit dem Klinikum Bavaria Kreischa als Rehabilitationseinrichtung vorsieht, möglich. "Wir als Klinik für Neurologie waren von dieser innovativen Versorgungsform von Beginn an überzeugt und sind nun stolz, dass der bundesweit erste Vertrag mit einer Krankenkasse zur koordinierten Schlaganfallnachsorge Signalwirkung über die Grenzen der Stadt Dresden und Sachsens hinaus haben wird" sagt Prof. Heinz Reichmann, Direktor der Klinik für Neurologie. "Ich freue mich ganz besonders darüber, dass mit der AOK PLUS eine Krankenkasse diese Form der interprofessionellen Zusammenarbeit für den Patienten mitfinanziert. Auch aus pflegerischer Sicht trägt das SOS-Care-Projekt umfassend dazu bei, die Versorgung der Patienten nach dem stationären Aufenthalt zu verbessern. Denn neben der hochqualifizierten pflegerischen und ärztlichen Versorgung im Krankenhaus lässt sich im Rahmen dieses Projekts die Lebensqualität des Patienten deutlich verbessern. Deshalb hat für mich 'SOS-Care - Hilfe nach Schlaganfall' Beispielcharakter für ganz Deutschland", sagt Jana Luntz, Pflegedirektorin des Dresdner Uniklinikums.

Gemeinsam das Risiko eines erneuten Schlaganfalls verringern Mit dem Einsatz eines Case Managers im Versorgungsmanagementprogramm "SOS-Care - Hilfe nach Schlaganfall" wird dem betroffenen Patienten ein persönlicher Betreuer für ein Jahr zur Seite gestellt. Dieser "Schlaganfall-Lotse" genannte Case Manager koordiniert die weitere medizinische Versorgung bereits im stationären und darüber hinaus im ambulanten Bereich und motiviert Patienten zu einem gesundheitsbewussten Lebensstil, zur Reduzierung der individuellen Risikofaktoren und Medikamententreue. Ziel ist es, einen erneuten Schlaganfall zu vermeiden. Der Case Manager übernimmt dabei keine Aufgaben beziehungsweise Leistungen, die durch die beteiligten medizinischen Institutionen bereits erbracht werden. Seine Hauptaufgabe ist es, eine effiziente und effektive Organisation sicherzustellen und den Patienten zu beraten.

Das Ende 2011 initiierte und bisher mit Fördermitteln der Europäischen Union sowie Eigenmitteln des Universitätsklinikums finanzierte Nachsorgeprojekt "SOS-Care - Hilfe nach Schlaganfall" startete mit dem Ziel, die Patienten nach der Akuttherapie im Krankenhaus und der Rehabilitation weiterhin zu unterstützen, um das Risiko eines erneuten Schlaganfalls zu verringern. Wesentliche Faktoren dafür sind ein geänderter Lebensstil sowie die zuverlässige Einnahme von Medikamenten. Ohne Hilfe von außen ist es vielen Schlaganfallpatienten selten möglich, nahtlos an ihr früheres Leben anzuknüpfen. Nach dem Krankenhausaufenthalt und einer Rehabilitation wird die Betreuung in der Regel Schritt für Schritt zurückgefahren. Der Patient und seine Angehörigen müssen selbst dazu beitragen, dass sich der Hirninfarkt nicht wiederholt. Die Ratschläge, die Schlaganfallpatienten nach Klinikaufenthalt und Rehabilitation auf den Weg gegeben werden, sind nicht besonders kompliziert - und für viele dennoch nicht einfach umzusetzen. Keine Zigaretten, dafür gesünderes Essen, mehr Bewegung, regelmäßiges Einnehmen der Medikamente sowie die Kontrolle des Blutdrucks. Dass es nicht einfach ist, sich von liebgewonnenen Gewohnheiten zu verabschieden, weiß Uwe Helbig. Als erster Schlaganfall-Lotse Deutschlands betreut er seit fünf Jahren Hirninfarkt-Patienten, nachdem sie aus dem Krankenhaus entlassen worden sind: "Wir verlangen sehr viel auf einmal - und das von heute auf morgen. Das ist eine sehr große Herausforderung!"

Um die Patienten im Alltag zu unterstützen, erhalten sie im Rahmen des Projekts einen Schlaganfallpass. Auf 20 Seiten ist darin Platz für ihre medizinische Daten - zum Beispiel selbst gemessene Blutdruckwerte. Sie sind eine Basis für die regelmäßigen Gespräche zwischen Patient und Schlaganfall-Lotsen. Bei diesen Terminen geht es jedoch nicht vordergründig darum, die Patienten penibel zu kontrollieren, sondern sie zu beraten, wie sie die Ratschläge der Mediziner umsetzen können.

Publikationen:
Koordinierte Schlaganfallnachsorge durch Case Management auf der Basis eines standardisierten Behandlungspfades - Ergebnisse einer monozentrischen Pilotstudie (http://link.springer.com/article/10.1007/s00115-016-0100-6)
The stroke east Saxony pilot project for organized post-stroke care: a case–control study (http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/brb3.455/full)

Kontakte für Journalisten:
Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden Klinik und Poliklinik für Neurologie, SOS-NET und SOS-Care Leiterin: Dr. med. Jessica Barlinn, jessica.barlinn@uniklinikum-dresden.de
Klinik und Poliklinik für Neurologie, Case Manager (DGCC) SOS-Care: Uwe Helbig, uwe.helbig@uniklinikum-dresden.de 

AOK PLUS - Die Gesundheitskasse für Sachsen und Thüringen.
Pressesprecherin Hannelore Strobel, Telefon: 0800 10590-11144, presse@plus.aok.de

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