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03.04.2014

Erster Vertrag zur vernetzten Versorgung von Adipositaspatienten

Deutschlandpremiere: SRH Wald-Klinikum Gera und AOK PLUS schließen bislang einmaligen Vertrag zum Adipositasmanagement 

Gera, 3. April 2014

Die Zahlen sind alarmierend: Jeder zweite Deutsche gilt als übergewichtig. Jeder fünfte bringt inzwischen soviel Gewicht auf die Waage, dass die Auswirkungen krankhaft sind. Dann spricht man von Adipositas, einer Ernährungs- und Stoffwechselkrankheit, die nichts mehr mit fehlender Selbstdisziplin zu tun hat. „Es handelt sich um eine anerkannte Krankheit mit komplexer Genese“, betont Prof. Dr. Thomas Manger, Chefarzt der Chirurgischen Klinik am SRH Wald-Klinikum Gera. Seit fast 20 Jahren hat sich die Klinik auf das Thema Fettsucht spezialisiert. In einem Bundesland, das zu den schwergewichtigsten in Deutschland zählt, gehören die Geraer Ärzte zu den führenden nationalen und internationalen Arbeitsgruppen. Jährlich stellen sich etwa neue 200 Patienten in dem Geraer Referenzzentrum für Adipositas-Chirurgie vor. Das Gefährliche an Adipositas sind die Begleiterscheinungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankung, Bluthochdruck, Stoffwechselstörung, ein erhöhtes Risiko einer Krebserkrankung, vor allem aber Diabetes mellitus, Gicht und natürlich auch die psychische Belastung einer sozialen Ausgrenzung.

Gegen die besorgniserregenden Zahlen setzen jetzt die AOK PLUS und das SRH Wald-Klinikum Gera ein Zeichen. Als erste Krankenkasse bietet die AOK PLUS zusammen mit dem Referenzzentrum für Adipositas und Metabolische Chirurgie am SRH Wald-Klinikum Gera eine Betreuung und Versorgung von Übergewichtigen, die über die regulären Diagnostik- und Behandlungsmöglichkeiten hinausgeht.

Erster Vertrag dieser Art in ganz Deutschland

Die Kasse hat dazu gemeinsam mit dem Klinikum den Vertrag „Adipositasmanagement“ zur speziellen Versorgung ihrer Versicherten unterzeichnet. Es handelt sich um den ersten Vertrag dieser Art in ganz Deutschland. Dabei geht es vor allem um die fachübergreifende und strukturierte Behandlung und Betreuung von stark übergewichtigen Patienten und die strategische Zusammenarbeit zwischen niedergelassenen Leistungserbringern und dem Referenzzentrum für Adipositas und Metabolische Chirurgie am SRH Wald-Klinikum. Die wichtigsten Vorteile sind die verschiedenen Module der Behandlung. Diese sind verzahnt und reichen von der Ernährungs- und Bewegungstherapie über die psychologische Betreuung bis zur ambulanten Versorgung. In medizinisch begründeten Fällen kann auch ein chirurgischer Eingriff erfolgen, an den sich eine individuelle Nachsorge anschließt. 

Erstmals in Deutschland arbeiten bei dieser interdisziplinären Versorgung von Adipositas-Patienten Krankenhausärzte, niedergelassene Ärzte, Therapeuten und Reha-Spezialisten Sektor übergreifend Hand in Hand. Die Koordination der Patienten übernehmen speziell ausgebildete Case-Manager des Geraer Wald-Klinikums. Der Vorstandsvorsitzende der AOK PLUS, Rainer Striebel, sagte zum Start des Vertrages: „Mit diesem exklusiven Angebot verbessern wir die Versorgung stark Übergewichtiger nachhaltig. Gemeinsam mit den Ärzten des Wald-Klinikums Gera setzen wir ein Signal gegen die bestehende Unter- und Fehlversorgung in diesem Bereich. Wir wollen erreichen, dass durch diese neue Behandlungs- und Betreuungsmöglichkeit die Lebensqualität von Betroffenen steigt, Brüche in der Versorgungskette krankhaft Übergewichtiger vermieden, Krankenhausaufenthalte reduziert und Arbeitsunfähigkeitszeiten minimiert werden. Weiterhin wollen wir mit diesem Programm die Zahl von Frühverrentungen verringern. Dieses Modell der Integrierten Versorgung ist ein echter Glücksfall für alle. Insbesondere unseren Versicherten kommt das zu Gute. Wir gehen davon aus, dass Operationen in diesem Bereich vermieden werden können. Das gab es so noch nie. Der Erfolg wird also auch hier gesichert, durch vernetztes Arbeiten zwischen dem stationären und dem ambulanten Bereich."

"Der Kampf gegen Adipositas erfordert ein multimodales Therapieprogramm“, erklärt PD Dr. Christine Stroh, Leiterin des Adipositaszentrums. „Genau das wird jetzt von der AOK PLUS, als erster Kasse in Thüringen und Sachsen, über einen sogenannten Vertrag zur Integrierten Versorgung bei Adipositas gefördert. Chirurgische Lösungen wie Magenbypass, Schlauchmagen oder Magenschrittmacher sind nur der letzte Schritt und kommen nur für eine begrenzte Klientel in Frage. Systematische Ernährungsberatung, dokumentiertes Bewegungstraining, Verhaltenstherapie und psychosomatische Beratung, die Teilnahme an Selbsthilfegruppen, die Bereitschaft zur dauerhaften Lebensstilveränderung und eine lebenslange Nachsorge nach einem operativen Eingriff sind die wahren Garanten für einen Behandlungserfolg.“ 

Damit der Aufbau eines Netzwerkes in Thüringen und Sachsen zügig voranschreiten kann, wird das Wald-Klinikum Gera mit verschiedenen Leistungserbringern Kooperationsverträge schließen. Mit diesem flächendeckenden Netzwerk soll die Versorgung und Betreuung von Adipositas-Patienten in neuer Qualität sichergestellt werden. Der Vertrag „Adipositasmanagement“ zwischen dem SRH Wald-Klinikum Gera und der AOK PLUS läuft zunächst fünf Jahre und wird wissenschaftlich von der Klinik begleitet. An diesem Programm können alle Versicherten der AOK PLUS teilnehmen, die das 18. Lebensjahr vollendet haben und bei denen die medizinischen Voraussetzungen zur Teilnahme vorliegen. Anfragen kann man direkt am kostenfreien Servicetelefon der Kasse unter 0800 2471001 oder bei der Adipositas-Sprechstunde des SRH Wald-Klinikums dienstags von 11 bis 14:30 Uhr und freitags von 8:30 bis 12 Uhr unter 0365 828-3316. 

Ansprechpartner für die Medien:

SRH Wald-Klinikum – Katrin Wiesner; Tel: 0365 828-8108; Mail: katrin.wiesner@wkg.srh.de

AOK PLUS - Jürgen Frühauf; Tel: 0361 6574-80021; Funk: 01520 15 66 855; Mail: juergen.fruehauf@plus.aok.de

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