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17.07.2014

Leistung: Gesundheitsberatung LebensPLUS schließt Versorgungslücke

Bessere Bewältigung des Alltags trotz mehrfacher Erkrankungen. Die AOK PLUS bietet eine individuelle und kostenfreie Gesundheitsberatung bei den Versicherten zu Hause an.

Drei Jahre ist Anna* gerade mal alt. Aber im Fachjargon schon ein „komplexer Krankheitsfall“.  17mal lag das Mädchen bereits im Krankenhaus. Anna leidet an Epilepsie. Seit ihrem siebenten Lebensmonat  treten die Krampfanfälle auf –unterschiedlich in Dauer und Intensität. Aber immer wieder extrem belastend für sie und ihre Eltern. Die geraten jedes Mal in Panik und rufen den Rettungswagen, der Anna dann in die Klinik bringt. „Das wäre gar nicht nötig, aber die Familie weiß nicht, wie sie sich in solchen Situationen verhalten sollte“, sagt Ramona Stützer, eine von acht Gesundheitsberaterinnen bei der AOK PLUS.

Die Frauen sind vorrangig gelernte Krankenschwestern oder Altenpflegerinnen mit langjährigen Berufserfahrungen. Seit Anfang 2012 betreuen sie Versicherte der sächsisch-thüringischen Gesundheitskasse, die aufgrund mehrerer Erkrankungen immer wieder stationär behandelt werden müssen. Das Ganze nennt sich „LebensPLUS – Komplexe medizinische Behandlungsfälle managen“. Bereits über 1.700 Erkrankte nahmen oder nehmen derzeit freiwillig an dem Programm teil und werden  bis zu sechs Monate lang von den AOK-Mitarbeiterinnen kostenfrei zu Hause betreut.

Fokusthema: Mehr Informationen zu LebensPLUS

Die wichtigste Frage ist: Warum geht der Patient immer wieder ins Krankenhaus? Bei Anna waren die Eltern in Notfallsituationen überfordert. Sie erhielten deshalb wertvolle Tipps von der AOK-Expertin für eine angepasste Lebensgestaltung mit der Epilepsie, Erklärungen zu den vorhandenen Vitalüberwachungsgeräten und Hinweise, wie sie bei einem plötzlichen Krampfanfall reagieren sollten. Seitdem musste das Mädchen nicht mehr in die Klinik eingeliefert werden.

Hilfe in häuslicher Umgebung
Schon Kleinigkeiten können den Alltag der Erkrankten erleichtern oder eine  Verschlimmerung der Krankheit verzögern. Nimmt der Patient seine Arzneimittel  regelmäßig und die Notfallmedikamente korrekt ein? Nutzt er Versorgungsprogramme wie DMP? Versteht er ärztliche Therapieempfehlungen und setzt sie verlässlich um? Bewegt er sich genug? Benutzt er sein Hilfsmittel, zum Beispiel einen Inhalator, richtig? Können die Angehörigen mit der Erkrankung umgehen, kennen sie die Verhaltensweisen in Notfallsituationen? All das schauen sich die Gesundheitsberaterinnen genau an und geben entsprechende Tipps. Sie vermitteln auch Fachärzte oder kümmern sich um Rehamaßnahmen, organisieren die notwendigen Hilfs- und  Versorgungsmöglichkeiten, kümmern sich um den Kontakt zu weiteren Kostenträgern, da auch häufig soziale Notlagen den Umgang mit den eigenen Erkrankungen negativ beeinflussen.

Die AOK-Beraterinnen können die Versicherten natürlich nicht heilen, aber sie behalten den Überblick über individuelle Hilfsmöglichkeiten.  „Wir sehen uns als Bindeglied zwischen Patient, den behandelnden Ärzten, Pflegediensten und Krankenkasse“, so Stützer. Es sei wichtig, dass die Versicherten ihre Krankheit annehmen und versuchen, das Beste daraus zu machen, sagt die 41-Jährige. „Dabei wollen wir ihnen helfen und  ihre Motivation stärken.“ Unterstützt werden sie von den Beratungsärzten und -apothekern der AOK PLUS.


Geeignete Patienten herausfiltern
Wichtig ist, für das Programm die geeigneten Patienten herauszufiltern. Aus den Fallbearbeitungszentren der AOK PLUS kommen hierzu Hinweise, ebenso automatisierte Infos aus Datenbanken der sächsisch-thüringischen Gesundheitskasse.  Wenn Leistungen unangemessen ausgeweitet werden, ohne dass sich für den Patienten daraus ein spürbarer Nutzen ergibt, soll LebensPLUS zum Zuge kommen. „Nicht jede mögliche Behandlung ist für den Versicherten sinnvoll“, sagt Stützer. „Die wenigsten Patienten wollen ins Krankenhaus. Erhalten sie im häuslichen Umfeld die nötige Unterstützung, ist die Zufriedenheit meist viel größer“, weiß sie aus ihrer täglichen Arbeit mit den schwer kranken Versicherten.

Der Altersdurchschnitt der Teilnehmer liegt bei 70 Jahren. Am häufigsten leiden sie an Herzinsuffizienz, Arteriosklerose und der chronisch obstruktiven Lungenkrankheit (COPD).  92 Prozent der Versicherten, denen LebensPLUS angeboten wurde, nehmen an dem Programm teil. „Wir füllen damit eine offensichtlich bestehende Lücke im Versorgungsangebot“, sagt Ines Neubert, Fachbereichsleiterin Gesundheitsberatung bei der AOK PLUS. Vom AOK-Bundesverband gab es dafür  im Vorjahr den Mehrwert-Award.  Neben einem ähnlichen Projekt der AOK Nordost ist die individuelle Gesundheitsberatung der AOK PLUS bundesweit bisher einmalig.

Dass die AOK PLUS durch das Programm LebensPLUS quasi nebenbei die Klinikkosten um fast eine Million Euro im Jahr senken kann, liegt natürlich auch im Interesse aller Beitragszahler.

*Namen wurden von der Redaktion geändert
Fokusthema: Mehr Informationen zu LebensPLUS

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Hannelore Strobel

Hannelore Strobel
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