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24.04.2013

AOK PLUS stellt Gesundheitsbericht 2012 vor

Krankenstand wieder angestiegen - Neue Versorgungsprojekte geplant

Der Krankenstand der AOK-PLUS-versicherten Arbeitnehmer in Sachsen ist 2012 auf 4,8 Prozent angestiegen. Im Jahr zuvor lag er bei 4,2 Prozent.

Am häufigsten fehlten die Arbeitnehmer wegen Atemwegserkrankungen (ca. 21 Prozent), gefolgt von Muskel- und Skeletterkrankungen (ca. 16 Prozent), Erkrankungen der Verdauungsorgane (ca. 12 Prozent) und Verletzungen (ca. 9 Prozent).

Die meisten Ausfalltage wurden erneut durch Muskel- und Skeletterkrankungen verursacht (ca. 22 Prozent). Es folgen Verletzungen (ca. 13 Prozent), Atemwegserkrankungen (ca. 12 Prozent) und psychische Erkrankungen (ca. 10 Prozent).

Jedes sächsische AOK-Mitglied war 2012 durchschnittlich 17 Tage arbeitsunfähig geschrieben. Im Jahr zuvor waren es noch 15 Tage gewesen.

Innerhalb von acht Jahren hat sich der Krankenstand um einen Prozentpunkt
erhöht. Dieser Anstieg ist vor allem der Zunahme von Muskel- und Skeletterkrankungen sowie einer zunehmenden Attestierung aufgrund psychischer Diagnosen zuzuschreiben.

Interessant ist ein Vergleich der Fehlzeiten sächsischer Arbeitnehmer mit denen in anderen Bundesländern. So verzeichneten die Dresdner Arbeitnehmer mit 13,8 Fehltagen den niedrigsten Stand der 50 größten deutschen Städte. Die Gelsenkirchener am anderen Ende der Skala kamen auf 23,5 Fehltage. Allerdings werden bei den Dresdnern 13,4 Prozent aller Ausfalltage durch psychische Erkrankungen verursacht. Damit liegen sie deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 10,1 Prozent.

„Für uns ist der alljährliche Gesundheitsbericht mehr als ein Sammelsurium von nackten Zahlen“, sagt Iris Kloppich, Vorsitzende des Verwaltungsrates der AOK PLUS. „Wir nehmen ihn vor allem zum Anlass, Strategien für eine bessere Versorgung unserer Versicherten zu entwickeln.“ Der Schwerpunkt liege auf besseren Versorgungsangeboten für psychisch Kranke, denn der höhere Krankenstand sei neben zunehmenden Muskel- und Skeletterkrankungen vor allem
steigenden psychischen Diagnosen zuzuschreiben. In den letzten Jahren haben sich die Behandlungszahlen der AOK-Versicherten sowohl ambulant als auch stationär deutlich erhöht. Die Ausgaben für Krankengeld für AOK-PLUS-Versicherte mit psychischen Erkrankungen sind innerhalb von drei Jahren um über 37 Prozent gestiegen. 2011 lagen sie bei 50,6 Millionen Euro.

Das heißt aber nicht, dass die Sachsen psychisch kränker geworden sind. Vielmehr zeichnet sich eine Verschiebung zwischen den Diagnosen ab. Ärzte gehen heute auch bewusster mit der Diagnosestellung bei diesen Krankheitsbildern um. Gründe für die Zunahme der psychischen und psychosomatischen
Behandlungsfälle sind u. a. eine Enttabuisierung des Themas psychischer
Erkrankungen in der Gesellschaft und damit die erhöhte Bereitschaft der Patienten, dafür professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Aber gerade dafür scheinen die Kapazitäten derzeit nicht auszureichen. Lange Wartezeiten für
Therapien sind die Folge.

Auf Bundesebene wurde jetzt die neue Bedarfsplanungsrichtlinie beschlossen. Die konkreten Auswirkungen auf die Anzahl der Ärzte und Psychotherapeuten sind zurzeit in den Ländern in Abstimmung zwischen den Krankenkassen und den Kassenärztlichen Vereinigungen. „Wir erwarten, dass sich in Sachsen und Thüringen noch in diesem Jahr mehr Psychotherapeuten niederlassen können“, hofft Iris Kloppich. Eine gesetzliche Erhöhung der Mindestpräsenzzeit der Ärzte und Psychotherapeuten sei erforderlich. Heute stehen die Ärzte und Psychotherapeuten teilweise nicht zu 100 Prozent der Versorgung zur Verfügung.

„Außerdem ist es notwendig, den Zugang zu Psychotherapien zu vereinfachen und das Antragsverfahren zu entbürokratisieren. Die Psychotherapie-Richtlinien inklusive der Gutachterverfahren müssen zeitnah reformiert werden“, fordert die Verwaltungsratschefin. Auch im stationären Versorgungsbereich finden tiefgreifende Veränderungen statt. Der Umstieg auf ein neues Entgeltsystem allein reiche jedoch nicht aus. Modellverträge seien hier Schritte in die richtige Richtung.


Psychische Versorgung soll weiter verbessert werden
„Insbesondere bei der Verzahnung von ambulanter und stationärer Versorgung gibt es noch große Reserven“, sagt KIoppich. Ca. 35.000 Versicherte der AOK PLUS werden jährlich aufgrund psychischer Erkrankungen stationär behandelt. Klinikeinweisungen werden oftmals mit unzureichenden ambulanten Kapazitäten und einer unzureichenden Vernetzung von Haus- und Fachärzten sowie Kran-kenhäusern begründet. Unterschiedliche Vergütungsstrukturen für ambulante und stationäre Behandlungen setzen zudem Fehlanreize. Der AOK PLUS geht es primär nicht um Vermeidung stationärer Behandlung, sondern darum, den von psychischer Erkrankung betroffenen Personen die Behandlung zukommen zu lassen, die bei gleicher Wirksamkeit am wenigsten einschneidend ist.

Als Beispiele, wie eine gute psychiatrische Versorgung funktionieren kann, nennt Kloppich das Projekt „PsycheAktiv“ für den ambulanten Sektor und das sogenannte „Regionale Psychiatriebudget“ des Südharz-Klinikums in Nordhausen (ausführliche Informationen hierzu in der Pressemappe).

Nun sollen weitere „Budget-Modelle“ nach dem Nordhausener Vorbild hinzukommen. Verträge mit dem Heinrich-Braun-Klinikum Zwickau und dem Kreiskrankenhaus Rudolf Virchow in Glauchau werden derzeit vorbereitet. „Beide Krankenhäuser sind am Abschluss eines solchen Modellvertrages stark interessiert“, versichert Kloppich.

Neben Versorgungsprojekten engagiert sich die AOK PLUS auch für die Prävention psychischer Krankheiten. So unterstützt sie Unternehmen mit ihrem betrieblichen Gesundheitsmanagement z. B. bei den Themen „Gesunde Arbeitsorganisation“ und „Gesundes Führen“ oder etabliert Gesundheitsangebote zur Entspannung und Stressbewältigung. Darüber hinaus fördert sie Selbsthilfegruppen als sinnvolle Ergänzung therapeutischer Maßnahmen.

Ebenso verfolgt sie den präventiven Ansatz über Angebote neuer Leistungen. So übernimmt die AOK PLUS jetzt die Kosten für weitere Vorsorgeuntersuchungen bei Kindern und Jugendlichen, speziell die U10 und U11, J1 und J2, die dazu dienen sollen, frühzeitig Erkrankungen oder Verhaltensstörungen zu erkennen und zu behandeln.

Der komplette Gesundheitsbericht 2012, der auch Angaben zu den einzelnen Branchen enthält, steht im Internet unter http://www.aok-bgf.de/aokplus/downloads1.html

Video-Beitrag Dresden Fernsehen
AOK PLUS stellt Gesundheitsbericht 2012 vor

Iris Kloppich, Vorsitzende des Verwaltungsrates der AOK PLUS

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Hannelore Strobel

Hannelore Strobel
Pressesprecherin

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