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Frau hält Organspendeausweis in der Hand

Organspende

Viele Menschen wollen durch ihre Bereitschaft zur Organ- und Gewebespende nach ihrem Tod anderen Menschen helfen. Laut Umfragen haben zwar etwa 70 Prozent der Deutschen nichts gegen eine Organentnahme nach ihrem Tod. Doch nicht einmal jeder Fünfte hat einen Organspendeausweis. Mit der Neufassung des Transplantationsgesetzes 2012 wurden die gesetzlichen Krankenkassen beauftragt, jeden Versicherten ab 16 Jahren zum Thema Organ- und Gewebespende zu informieren und aufzufordern, eine Entscheidung zu dokumentieren.

Das Thema Organ- und Gewebespende ist sehr vielschichtig. Sich über die Organ- und Gewebespende Gedanken zu machen, ist nicht selbstverständlich, denn dieses Thema bedeutet auch, sich mit Krankheit und dem eigenen Tod auseinanderzusetzen. Um Sie bei Ihrer persönlichen Entscheidung zu unterstützen, haben wir nachfolgend einige nützliche Informationen zusammengetragen. Überdies wurden in Kooperation mit der Universität Hamburg sowie Experten unterschiedlicher Fachrichtungen Fragen und Antworten zum Thema Organspende gesammelt und für Sie in einer Entscheidungshilfe gebündelt.

Für die Empfänger ist eine Organspende ein Segen. Sie ermöglicht es, schwer kranken Menschen zu helfen, deren eigene Organe versagen. Doch sie kann nicht nur Leben retten. Sie verbessert auch die Lebensqualität derer, deren Erkrankungen nicht lebensbedrohlich sind.

Egal, ob Sie sich für oder gegen eine Organ- und Gewebespende entscheiden, einen Ausweis sollten Sie dennoch ausfüllen. Denn viele Angehörige eines Verstorbenen sind unsicher, wenn Sie eine Entscheidung für oder gegen eine Spende treffen müssen. Sie kennen den Willen der verstorbenen Person nicht und wissen somit nicht, wie sie im Sinne des Verstorbenen entscheiden sollen.

Entsprechend des Transplantationsgesetzes kann jeder ab dem vollendeten 16. Lebensjahr seine Bereitschaft zur Organ- und Gewebespende erklären. Bei Kindern bis zum 14. Lebensjahr entscheiden die Eltern über die Zustimmung oder Ablehnung zur Organ- und Gewebespende. Ab dem 14. Geburtstag können Jugendliche einer Organentnahme selbst widersprechen.

Eine feste Altersgrenze für eine Spende gibt es nicht. Entscheidend ist das biologische und nicht das kalendarische Alter. Die Eignung der gespendeten Organe oder Gewebe wird im Fall einer tatsächlichen Spende medizinisch geprüft.

Um einen Organspendeausweis auszufüllen, ist keine medizinische Untersuchung notwendig. Organspender mit akuten Krebserkrankungen oder einem HIV-positiven Befund werden von einer Organspende ausgeschlossen. Alle weiteren Erkrankungen werden genau geprüft und die gespendeten Organe vor der Transplantation medizinisch untersucht.

Grundsätzlich können Organe wie Herz, Lunge, Leber, Nieren, Bauchspeicheldrüse und der Darm gespendet werden. Es können aber auch Teile der Haut sowie Hornhaut der Augen, Herzklappen und Teile der Blutgefäße, des Knochengewebes, des Knorpelgewebes und der Sehnen gespendet werden. Sie werden auf dem Organspendeausweis als Gewebe bezeichnet.

Die meisten Organspenden sind postmortal, also Spenden, die erst nach dem Tod vollzogen werden. Für die postmortale Organ- und Gewebespende muss der Hirntod zweifelsfrei von zwei an der Transplantation unbeteiligten Ärzten und unabhängig voneinander festgestellt werden und die Zustimmung zur Organspende durch den Spender oder die Angehörigen erfolgt sein. Bestimmte Organe, wie Nieren oder Teile der Leber können bereits zu Lebzeiten gespendet werden. Jedoch ist gesetzlich geregelt, dass Lebendspenden nur zugelassen sind, wenn kein postmortal gespendetes Organ für den Empfänger zur Verfügung steht. Außerdem sind Lebendspenden nur unter nahen Verwandten und einander persönlich eng verbundenen Personen zulässig.

Die Vergabe erfolgt grundsätzlich über die Koordinierungsstelle Deutsche Stiftung Organtransplantation in enger Zusammenarbeit mit der Vermittlungsstelle Eurotransplant nach Dringlichkeit oder nach der größten Erfolgsaussicht. Im Transplantationsgesetz wird festgelegt, dass die Vergabe von postmortal gespendeten vermittlungspflichtigen Organen ausschließlich nach medizinischen Kriterien erfolgt. Kriterien sind körperliche Merkmale des Spenders und Empfängers (Blutgruppe, Alter, Geschlecht, Größe und Gewicht), aber auch die Wartezeit und die Zeitdauer zwischen Entnahme und Transplantation. Der Spender kann also den Empfänger der Organe oder Gewebe nicht aussuchen oder durch eigene nichtmedizinische Kriterien ausschließen.

Bei postmortalen Spenden ist eine Organentnahme zur Spende nur dann möglich, wenn der Hirntod vor dem Herzstillstand eintritt und das Herz-Kreislauf-System künstlich aufrechterhalten werden kann. Hirntod bedeutet, dass ein nicht mehr rückgängig zu machender Funktionsstillstand des Gehirns nachgewiesen wurde. 

Die Angst, vorschnell für tot erklärt zu werden, ist unbegründet. Der Notarzt hat kein Interesse an Ihnen als Organspender, sondern sein Auftrag ist in jedem Fall Leben zu retten. Die Feststellung des Hirntods erfolgt nach vorgegebenen medizinischen Richtlinien der Bundesärztekammer.

Der Spender kann aufgrund seines Hirntods keine Schmerzen spüren. Dennoch bekommt er zur Optimierung der Operations-bedingungen verschiedene Medikamente, u.a. muskelent-spannende Medikamente.

Ein Register für Organspender gibt es nicht. Ihre Erklärung für oder gegen eine Organspende dokumentieren Sie auf dem Organspendeausweis. Diesen sollten Sie stets bei sich tragen. Frühestens ab 2014 soll es möglich sein, dass Sie Ihre Entscheidung auch auf Ihrer Versichertenkarte abspeichern können – ohne dass diese Information von der Krankenkasse abgefragt werden kann. 

Wer einen Organspendeausweis besitzt, kann sich allgemein für oder gegen eine Organ- und Gewebespende aussprechen. Es ist aber auch möglich, die Spende auf bestimmte Organe oder Gewebe zu beschränken, einzelne Organe auszuschließen oder einer Organ- und Gewebespende generell zu widersprechen. Außerdem kann man eine Person benennen, die im Todesfall entscheiden soll.

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