Schröpfen, Aderlass & Co.: Alte Heilverfahren neu entdeckt

Schröpfen, Blutegeltherapie oder Aderlass: Klingt das für Sie nach Hokuspokus? Die ausleitenden Verfahren können als Ergänzung zur Schulmedizin einiges leisten.

Den Körper mit natürlichen Mitteln gesund halten – wer will das nicht? Naturheilverfahren finden in den vergangenen Jahren immer mehr Zuspruch. Auch ausleitende Therapien wie Schröpfen, Blutegeltherapie oder Aderlass werden als alternative Behandlungsmethoden wiederentdeckt. Zwar können die traditionellen Behandlungsmethoden moderne Medikamente und Therapien nicht ersetzen. Einige naturheilkundliche Ärzte nutzen die Verfahren jedoch als Ergänzung zur Schulmedizin. Wie funktionieren die Praktiken und was können sie überhaupt leisten?

Ausleitende Verfahren regen Selbstregulation an

Nach den Vorstellungen der traditionellen Medizin mussten die Körpersäfte des Menschen möglichst im Gleichgewicht stehen. Krankheiten galten als Zeichen eines Ungleichgewichts, das sich durch ausleitende Verfahren vermeintlich beheben ließ. Im Mittelalter galt der Aderlass praktisch als Allheilmittel. Ob zur Vorbeugung von Herzinfarkten oder als Therapie gegen Gicht – gegen fast alle Leiden sollte der Blutverlust helfen. Dem Körper sollten auf diese Weise Gifte und Schlacken entzogen werden. Die moderne Medizin lehnt Begriffe wie Schlacken oder Übersäuerung ab. Alternativmediziner wenden das Verfahren heute noch bei verschiedenen Beschwerden an. Dazu entnimmt der behandelnde Arzt oder Heilpraktiker dem Patienten mit einer Kanüle bis zu 300 Milliliter Blut. Dies soll die Durchblutung verbessern und die Neubildung des Blutes anregen. Gut belegt ist der Nutzen des Verfahrens beispielsweise bei krankhafter Vermehrung der roten Blutkörperchen und Störungen des Eisenstoffwechsels. Neuere Studien weisen zudem darauf hin, dass ein Aderlass vorübergehend den Blutdruck senken kann.

Inzwischen sehen Mediziner in den Verfahren eher eine Anregung der körpereigenen Regulation: Aderlass, Schröpfen oder Blutegeltherapie setzen Reize, auf die der Körper reagieren muss. Auf diese Weise lassen sich beispielsweise der Lymphfluss oder die Blutbildung anregen oder die Schmerzregulation anstoßen. Richtig angewendet können die ausleitenden Verfahren eine sinnvolle Ergänzung zur Schulmedizin sein.

Schröpfen kann Muskelschmerzen lindern

Beim Schröpfen setzt der Behandelnde dem Patienten kleine Glasgefäße, die sogenannten Schröpfköpfe, mit Unterdruck auf die Haut. Vor allem Betroffene mit Muskel- und Gelenkschmerzen sowie Muskelverhärtungen empfinden das Verfahren häufig als wohltuend und lindernd. Bei schweren Krankheiten sollten Sie immer auch einen Arzt fragen, der anerkannte Therapien anwendet.

Blutegeltherapie gegen Gelenkbeschwerden

Heute werden Egel zur medizinischen Anwendung unter hygienischen Bedingungen im Labor gezüchtet. Der Speichel des bis zu 15 Zentimeter langen Wurms enthält entzündungs- und gerinnungshemmende Substanzen, die sich sogar in modernen Medikamenten wiederfinden. Schmerzlindernde Substanzen im Speichel führen dazu, dass der Betroffene dies kaum merkt. Mögliche Anwendungsgebiete sind Venenleiden und entzündliche Gelenkerkrankungen wie Arthrose.

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