Arbeitsplatz-Test: Ergonomisch perfekt oder Rücken-Killer?

Kopf- und Rückenschmerzen, Schulter- und Nackenziehen – das sind typische „Bürokrankheiten“, die wohl jeder kennt, der täglich an einem Schreibtisch arbeiten muss. Unser Körper ist für Bewegung und nicht für langes Sitzen ausgelegt. Dabei kann mit wenigen Handgriffen viel dafür getan werden, einen Arbeitsplatz an den Menschen anzupassen. Mit unseren 7 Fragen machen Sie jeden Arbeitsplatz schnell ergonomischer.

 

Wir sitzen uns krank

Im Durchschnitt beanspruchen wir unsere Sitzmuskeln 7,5 Stunden. Bei einem Schreibtischjob sind es locker 2 Stunden mehr. Auf ein gesamtes, deutsches Berufsleben hochgerechnet, sind das rund 80.000 Stunden für einen Büromitarbeiter. Dabei sitzen die wenigsten an ergonomischen Arbeitsplätzen, sondern kämpfen mit klassischen Einheitsmöbeln, dunklen Räumen und schlecht eingestellten Bildschirmauflösungen. Studien belegen, dass zu viel Sitzen der Gesundheit schadet und genauso wie Rauchen sogar die Lebenserwartung verkürzen kann. Denn das passiert in unserem Körper, wenn wir es mit dem Sitzen übertreiben:

 

  • Rückenmuskulatur verkürzt sich
  • Bauch-, Bein- und Gesäßmuskeln werden geschwächt
  • hohe Belastung für Schultern, Nacken, Wirbelsäule und Bandscheiben
  • Magen-Darm-Tätigkeit wird verlangsamt
  • Stoffwechsel wird geschwächt
  • Ausschüttung von Lipoproteinlipase wird eingeschränkt – das Enzym, was für unsere Fettverdauung zuständig ist
  • Blutzirkulation wird eingeschränkt (Thrombose-Risiko steigt)
  • Risiko für psychische Erkrankungen steigt durch Bewegungsmangel und fehlender Stresskompensation

 

Die Ergonomie fehlt? Ergo: Ändert was!

Fakt ist: Falsches Sitzen kann dauerhaft krank machen. Deshalb gibt es Ergonomie-Richtlinien, zu dessen Umsetzung der Arbeitgeber sogar gesetzlich verpflichtet ist. Deren Umsetzung sorgen nicht nur für mehr Wohlbefinden, sondern schützen die körperliche Gesundheit und machen die Arbeit effizienter. Das heißt im Klartext: Ergonomische Arbeitsplätze...

 

  • … schützen den Körper vor Überlastungen.
  • … verbessern die Arbeitsleistung der (gesünderen) Mitarbeiter.
  • … senken den Arbeitsfrust.
  • … steigern die Arbeitszufriedenheit.
  • … sorgen für Effizienzsteigerung und sparen Zeit.

 

Ein „ergonomischer Arbeitsplatz“ klingt nach viel Aufwand. Dabei helfen schon kleine Schritte, die Wirkung auf den Körper zu verbessern. Es hilft, wenn man sich selbst die richtigen Fragen stellt und dann kleine Änderungen am eigenen Arbeitsplatz vornimmt.

 

Machen wir gemeinsam den Schreibtisch-Check!

1. Ist der Bildschirm richtig eingestellt?

 
Einmal am Kontrastknopf drehen, bitte: Können Sie alle Grautöne unterscheiden? Sind die dargestellten Informationen hell genug? Ist die Schrift groß genug eingestellt (Tipp: Schrift muss bei 50 cm Sehabstand etwas mehr als 3 mm groß sein)?

2. Steht der Bildschirm richtig?

 

Schauen Sie in Fensterrichtung? Spiegelt sich ein Fenster oder Licht im Bildschirm? Dann werden die Augen stark belastet. Optimal ist, wenn der Bildschirm parallel zum Fenster steht. Lichtschutz am Fenster hilft gegen starkes Blenden.

3. Sitzen Sie richtig?

Sie sitzen richtig, wenn Sie:

  • Ihre Unterarme locker herabhängen lassen und die Unterarme dabei eine waagerechte Linie zur Tastatur bilden.
  • mit Ober- und Unterschenkel einen Winkel von 90° oder mehr bilden.
  • den Stuhl so einstellen, dass die Sitzfläche sich in Kniehöhe befindet.
  • die ganze Sitzfläche des Stuhls nutzen.

4. Müssen Sie immer sitzen?

 

Sie tun Ihrem Rücken etwas Gutes, wenn Sie die Sitzhaltung öfter wechseln, gelegentlich aufstehen und durchaus auch für einige Zeit im Stehen arbeiten. Das klappt zum Beispiel gut beim Telefonieren. Vergessen Sie nicht, sich öfter ein Glas Wasser zu holen und bauen Sie bewusst auch andere kleine (Bewegungs-)Pausen ein.

5. Steht auf dem Schreibtisch alles richtig?

 
Der optimale Abstand zum Bildschirm ist zwischen 50 und 70 cm. Die Tastatur ist ca. 10 bis 15 cm von der Tischkante entfernt. Alles, was oft gebraucht wird, befindet sich direkt vor Ihnen, der Rest liegt seitlich. Der Bildschirm sollte direkt auf dem Tisch stehen und so eingestellt sein, dass Sie ihn mit nach unten gerichtetem Blick entspannt betrachten können.

6. Stört Lärm am Arbeitsplatz?

 

Studien belegen, dass Lärm die Effektivität stark senkt. Ein Durchschnittswert von 55 dB(A) sollte deshalb nicht überschritten werden. Man kann den Lärmpegel aber mit einfachen Mitteln senken: Schallschluckende Pflanzen sorgen zusätzlich für angenehmes Raumklima, geräuscharme Arbeitsmittel (Klickgeräusche bei Tastaturen und Mäusen) oder Raumtrenner helfen.

7. Stimmt das Raumklima?

 

Je mehr Leute in einem Büro arbeiten, desto schwerer ist es, es allen rechtzumachen. Es gibt aber Empfehlungen, an die man sich halten kann: Eine Durchschnittstemperatur von 21-22 °C und eine Luftfeuchtigkeit von 40-65 % – das erreicht man durch richtiges Lüften, Luftbefeuchter und Pflanzen. 

Ihr persönlicher Ansprechpartner

Luisa Knoop
luisa.knoop@plus.aok.de
Tel.: 03578 380133183
Mobil: 01520 1570492

Anschrift:
Macherstraße 51
01917 Kamenz

Sie möchten einen Beratungstermin?
Hier können Sie einen Termin vereinbaren.

Servicetelefon (24h)
0800 2471001 (kostenfrei)

Servicefax (24h)
0800 2471002-100 (kostenfrei)